Gene im Check – was sie über uns verraten
„Traut euch was – ihr könnt mehr, als ihr glaubt!“ Mit dieser motivierenden Botschaft eröffnete Universitätsprofessor Reinhard Nestelbacher den diesjährigen Genanalyse-Workshop. Von Beginn an beeindruckte er die Schülerinnen und Schüler mit seinem umfassenden Wissen in der Molekularbiologie und seiner Fähigkeit, komplexe Inhalte verständlich, humorvoll und lebensnah zu vermitteln.
Während des Pipettierens und Zentrifugierens wurde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern rasch bewusst, dass Laborarbeit weit mehr ist als das Hantieren mit technischen Geräten: Präzision, Geduld und volle Konzentration sind gefragt. Schritt für Schritt näherten sich die „Neo-Wissenschaftlerinnen und Neo-Wissenschaftler“ ihrer eigenen DNA, jener einzigartigen Mischung aus Mama und Papa, die in den Chromosomen verankert ist. Mit jeder Minute stieg die Spannung: Ist sauber gearbeitet worden? Ist die DNA noch intakt? Zeigt die Analyse aussagekräftige Ergebnisse?
Zusätzlich faszinierend war zu erfahren, was Gene über Menschen verraten können. Sind wir Ausdauermenschen oder Krafttypen? Tragen wir Spuren von Dschingis Khan in uns? Oder zeigen bestimmte genetische Marker sogar eine Tendenz zum „Fremdge(h)n“? Was sich zunächst als spielerische Überlegungen darstellte, entpuppte sich als faszinierender Einblick in die Welt der Genetik.
Allen wurde bald klar: Dieser Workshop war weit mehr als ein naturwissenschaftliches Experiment. Er war ein Spiegel unseres Daseins in allen Facetten.
Professor Nestelbacher ermutigte die jungen Menschen, alles kritisch zu hinterfragen, selbstbewusst Entscheidungen zu treffen und die eigene Komfortzone zu verlassen, um Neues zu wagen. Lernen bedeutet nicht nur, Wissen anzusammeln, sondern sich stetig weiterzuentwickeln – fachlich und charakterlich.
Mag. Anna Oberegger


